Andere E-Autos am Tesla Supercharger: Ablauf, Kosten, Stolperfallen
Ausgewählte Supercharger stehen auch Kia, Audi, XPeng und Co. offen. Wie du per App startest, wovon der Preis abhängt und wann Kabellänge, Ladeklappe oder 800-Volt-Technik zum Problem werden.
Foto: Matti Blume / Wikimedia Commons, zugeschnitten, Kennzeichen und Personen unkenntlich gemacht · CC BY-SA 4.0Ja, auch mit einem Kia, Audi oder XPeng kannst du an Tesla Superchargern laden - an den Standorten, die Tesla für E-Autos anderer Marken geöffnet hat. Voraussetzung ist ein CCS-Anschluss. Gestartet und bezahlt wird meist über die Tesla App mit Tesla-Konto, an V4-Säulen laut Tesla auch direkt an der Säule. Ladekarten von Mobilitätsdienstleistern lässt Tesla ebenfalls zu.
Einen festen Preis gibt es nicht: Was du zahlst, hängt von Standort, Uhrzeit und einer optionalen Mitgliedschaft ab, an vollen Stationen kann eine Überlastungsgebühr dazukommen. Den kWh-Preis zeigt Tesla je Standort in der App, die Überlastungsgebühr in Euro nennt unser Ladekarten-Vergleich.
Haken gibt es drei: Das Kabel reicht laut Tesla nicht an jedem Stellplatz bis zu jeder Ladedose. Ältere V3-Säulen liefern höchstens 500 Volt, 800-Volt-Autos brauchen dort einen Umweg und laden je nach Hersteller langsamer oder nur mit Zusatzausstattung. Und die Batterie-Vorkonditionierung, die Tesla als Vorteil seiner eigenen Fahrer nennt, muss bei dir das eigene Auto übernehmen.
So startest du den Ladevorgang
Laut Tesla geht es in vier Schritten (Supportseite, Stand April 2026):
- Tesla App (ab Version 4.2.3) für iOS oder Android laden und ein Tesla-Konto anlegen.
- „Ihr Elektrofahrzeug aufladen“ wählen und einen passenden Supercharger-Standort suchen.
- Zahlungsmethode hinzufügen, Auto anschließen, in der App den Ladeplatz wählen und „Ladevorgang starten“ tippen. Die Kennung der Säule, etwa „4A“, steht auf einer Plakette am Sockel.
- Zum Beenden „Ladevorgang stoppen“ wählen.
Als Zahlungsmethoden nennt Tesla SEPA, American Express, Visa, MasterCard, Diners Card und Discover Card.
Fährst du keinen Tesla, sperrt Tesla beim Start über die App vorübergehend einen Sicherheitsbetrag auf deinem Zahlungsmittel und gibt ihn nach der Bezahlung wieder frei - wichtig bei knappem Kartenlimit. Die Höhe nennt unser Ladekarten-Vergleich.
An V4-Superchargern hast du laut Tesla zwei weitere Wege: Du startest direkt an der Säule, oder du suchst den Standort ohne Tesla-Konto online und tippst dort auf „Ihr Elektrofahrzeug aufladen“. An einer begrenzten Zahl von Standorten nimmt der Supercharger außerdem direkt Kreditkarten oder mobile Bezahldienste.
Welche Supercharger für dein Auto offen sind
Nicht jeder Standort ist freigegeben. Welche Supercharger du nutzen kannst, zeigt die Tesla App unter „Ladestationen finden“ oder die interaktive Karte „Uns finden“ auf tesla.com. In der App siehst du auch, wie stark ein Standort gerade ausgelastet ist, und laut Tesla im Pop-up des Standorts die maximal verfügbare Leistung in kW. Weitere Standorte öffnet Tesla nach eigener Aussage nur, wenn die Kapazität es erlaubt.
Technisch gilt:
- Nur CCS: Supercharging für andere Marken funktioniert laut Tesla nur mit CCS-Ladeanschluss. Hat eine Säule zwei Kabel oder einen Adapter, nimmst du den CCS-Stecker.
- Protokolle: Tesla kann nur Fahrzeuge laden, die die CCS-Kommunikations- und Sicherheitsprotokolle vollständig erfüllen. Bei Problemen verweist Tesla an den eigenen Kundendienst oder an deinen Hersteller. XPeng schreibt in der Anleitung des G6 allgemein, dass das Laden an manchen Säulen scheitern kann, weil Säulenhersteller die Ladestandards unterschiedlich auslegen und Säulen unterschiedlich gut gewartet sind - dann den Stecker neu einstecken oder eine andere Säule nehmen.
Was das Laden kostet - und wovon der Preis abhängt
Bezahlt wird jeder Ladevorgang einzeln, eine Mitgliedschaft brauchst du laut Tesla nicht. Den Preis legt Tesla je Standort fest. Du siehst ihn vorab in der App oder auf der Karte „Uns finden“, nach dem Laden zeigt die App eine Schätzung der Kosten. Was ihn laut Tesla bestimmt (Supportseiten, Stand April und Mai 2026):
- Standort und Uhrzeit: Tesla nennt für Europa Spitzen- und Nebentarife, zu Spitzenzeiten ist Laden teurer. Es gilt der Tarif beim Anstecken, auch wenn sich der Preis während des Ladens ändert.
- Mitgliedschaft: Die Supercharging-Mitgliedschaft senkt den kWh-Preis an ausgewählten Standorten. Du buchst sie in der App im Menü unter „Aufladen“, dann „Mitgliedschaft“. Die Gebühr wird über deine Supercharger-Zahlungsmethode abgebucht und nicht erstattet, kündigen kannst du jederzeit. Ihre Höhe nennt Tesla auf der Supportseite nicht. Eine eigene Mitgliedschaft je Fahrzeug brauchst du nicht. Die niedrigsten Preise bekommen laut Tesla Tesla-Fahrer.
- Überlastungsgebühr: Sie fällt nur an, wenn der Standort ausgelastet ist und dein Akku 80 Prozent erreicht hat oder der Ladevorgang beendet ist. Nach fünf Minuten Karenzzeit kostet jede weitere Minute am Kabel, eine Obergrenze gibt es nicht. Das gilt laut Tesla für alle Fahrzeuge, auch wenn einzelne Säulen frei sind.
Ob sich die Mitgliedschaft lohnt, rechnest du wie bei jeder Grundgebühr: Gebühr geteilt durch den Preisvorteil je kWh ergibt die Lademenge, ab der sie sich im Abrechnungszeitraum rechnet. Ein Rechenbeispiel zeigt der Ladekarten-Vergleich.
V3 oder V4: Was die Säule liefert
Den ersten V4-Standort eröffnete Tesla im März 2023 im niederländischen Harderwijk. Für dich zählen Kabel und Spannung. Die Tabelle zeigt Teslas Angaben von der Supportseite (Stand April 2026) und aus dem Datenblatt für Geschäftskunden (Stand Oktober 2026). Die Werte zum V3-Schaltschrank stammen aus der Fassung vom Mai 2026, die aktuelle führt ihn nicht mehr.
| V3-Supercharger | V4-Supercharger | |
|---|---|---|
| Leistung je Säule | bis zu 250 kW (Spitze) | bis zu 500 kW (Pkw) |
| Spannung | 180-500 V (V3-Schaltschrank) | 0-500 V am V3-, 0-1.000 V am V4-Schaltschrank |
| Kabel | Länge nennt Tesla nicht | 3 m; laut Tesla länger, damit alle E-Autos es erreichen |
| Schaltschrank versorgt | bis zu 4 Säulen mit zusammen bis zu 387 kW | bis zu 8 Säulen mit zusammen bis zu 1.200 kW |
Der Haken steckt im Schaltschrank, der die Säulen mit Strom versorgt: Laut Tesla-Datenblatt (Fassung Mai 2026) kann eine V4-Säule auch an einem V3-Schaltschrank hängen - dann liefert sie wie V3 höchstens 500 Volt. Tesla führt dafür dieselbe V4-Säule mit zwei Spannungsbereichen, der V3- bzw. V4-Schaltschrank kann bis zu 75 bzw. 100 m entfernt stehen. Einen Anhaltspunkt gibt die maximale Leistung, die Tesla je Standort nennt: Liegt sie über 250 kW, ist das mehr, als Tesla für V3 angibt.
Ladeklappe und Parken: Reicht das Kabel?
Tesla selbst schreibt, dass bestimmte Supercharger-Anordnungen für einige Fahrzeuge nicht geeignet sein können. Reicht das Kabel nicht bequem bis zu deinem Auto, sollst du keinesfalls über die Stellplatzmarkierung hinaus parken und andere Fahrzeuge behindern.
Entscheidend ist, wo deine Ladedose sitzt. Bei Model 3 und Model Y liegt sie laut Betriebsanleitung hinten links in der Heckleuchte. Der Audi Q6 e-tron hat seine CCS-Dose laut Audi ebenfalls hinten links und gegenüber einen zweiten Anschluss nur für Wechselstrom. Beim XPeng X9 sitzt der Ladeanschluss laut Anleitung hinten rechts. Wo er bei dir sitzt, zeigt die Betriebsanleitung.
Steck deshalb erst an und wähl dann die Säule in der App - so nennt es auch Tesla, und nach der Auswahl bleiben dir laut Tesla nur zwei Minuten bis zum Anstecken. Reicht das Kabel nicht, nimm lieber einen anderen Platz oder Standort, als quer zu parken.
800-Volt-Autos: Warum es an V3-Säulen hakt
Damit Strom in den Akku fließt, muss die Säule mehr Spannung liefern, als der Akku gerade hat. Bei einem 400-Volt-Auto ist das kein Problem: Der Kia EV3 hat laut Betriebsanleitung 369 Volt (58,3 kWh) bzw. 343 Volt (81,4 kWh) Batteriespannung und lädt laut Steckbrief mit bis zu 101 bzw. 128 kW - beides deckt ein V3-Supercharger ab. Ein 800-Volt-Akku liegt dagegen über den 500 Volt eines V3-Schaltschranks. Das Auto muss die Spannung dann hochsetzen oder den Akku umschalten. Das sagen die Hersteller:
| Modell | Technik laut Hersteller | Laden an 400-Volt-Säulen laut Hersteller | DC-Spitze laut Steckbrief |
|---|---|---|---|
| Kia EV6, EV9 | 800 Volt, Plattform E-GMP | ohne Adapter möglich, Motor und Inverter setzen die Spannung hoch (Hyundai Motor Group); Kia nennt bei EV6 und EV9 ein Schnellladesystem für 400 und 800 V | EV6 195 bzw. 258 kW, EV9 210 kW |
| Audi Q6 e-tron, A6 e-tron | 800 Volt, Plattform PPE | „Bankladen“: Akku wird in zwei Hälften mit je 400 Volt geteilt, dann bis zu 135 kW | 225 bis 270 kW |
| Mercedes GLB mit EQ Technologie | 800 Volt | mit optional erhältlichem DC-Konverter | 200 bis 320 kW an 800-Volt-Säulen |
Auch XPeng (G6, G9) und Zeekr (7X, 7GT) setzen laut Hersteller auf 800 Volt. Wie viel ein Kia, XPeng oder Zeekr an einer 500-Volt-Säule tatsächlich schafft, steht in Preislisten und technischen Daten der Hersteller nicht.
Fest steht: Am V3-Supercharger ist laut Tesla bei 250 kW Schluss, beim Bankladen nennt Audi bis zu 135 kW statt bis zu 270 kW. Die 500-Volt-Grenze fällt erst mit V4-Schaltschrank weg, dann liefert die Säule laut Tesla bis zu 1.000 Volt.
Beim GLB knüpft Mercedes das Laden an 400-Volt-Säulen an den optionalen Konverter - schau in deine Ausstattungsliste, bevor du einen V3-Standort ansteuerst. Mit 800-Volt-Auto planst du Schnellladestopps am besten dort, wo Tesla mehr als 250 kW nennt.
Ladekarte oder Tesla App?
Du musst nicht über die Tesla App bezahlen: Laut Tesla können alle Fahrer eine Ladekarte eines Mobilitätsdienstleisters nutzen, um an Supercharger-Standorten zu laden. Die Gebühren können dann aber von denen in der Tesla App abweichen, Tesla verweist auf die App deines Anbieters.
Unser Rat: Vergleiche vor dem Anstecken beide Preise, den Standortpreis in der Tesla App und den Supercharger-Preis in der App deiner Ladekarte. Was welche Karte kostet, zeigt der Ladekarten-Vergleich, Laden ohne Vertrag erklärt das Lexikon unter Ad-hoc-Laden.
Im Winter: Akku vor der Ankunft vorheizen
Kalt lädt ein Akku langsamer: Tesla nennt Batterietemperatur und Witterung als Gründe für geringere Ladeleistung, Audi nennt 25 bis 45 Grad Celsius als Bereich für die optimale Ladeleistung. Kia warnt beim EV6 sogar, dass DC-Laden bei kaltem Wetter nicht verfügbar sein kann, um den Akku zu schützen.
Vorheizen muss dein Auto selbst. So geht es laut Hersteller bei einigen Modellen:
- Kia EV3 (je nach Ausstattung): Batteriekonditionierung von Hand aktivieren (EV, EV-Einstellungen, Batteriekonditionierung) oder eine DC-Ladestation im Navi als Ziel oder Zwischenziel eingeben. Laut Kia kann dabei die Reichweite sinken.
- XPeng G6: „Temperaturregelung vor dem Schnellladen“ einschalten und eine Schnellladestation im Navi wählen. Ohne Navigation startest du die Vorkonditionierung von Hand oder per Sprachbefehl.
- Audi Q6 e-tron und A6 e-tron: Das vorausschauende Thermomanagement wärmt oder kühlt den Akku laut Audi schon auf dem Weg zu einer Schnellladesäule vor.
Faustregel: Gib den Supercharger im Navi deines Autos als Ziel ein. Erkennt das Navi ihn nicht als Schnelllader, starte die Vorkonditionierung von Hand, wo das geht. Was hilft, wenn Ladeklappe oder Stecker festfrieren, steht im Ratgeber Ladeport eingefroren.
Fazit: So lädst du am Supercharger ohne Ärger
- Gelegentlich unterwegs: Die Tesla App ohne Mitgliedschaft reicht. Preis vor dem Anstecken prüfen, Nebenzeiten nutzen und an vollen Stationen spätestens bei 80 Prozent weiterfahren.
- Oft am Supercharger: Mitgliedschaft gegen deine Ladekarte rechnen - was Ladekarten kosten, zeigt der Ladekarten-Vergleich.
- Ladedose nicht hinten links: erst anstecken, dann die Säule in der App wählen. An V4-Säulen ist das Kabel länger. Nie über die Markierung parken.
- 800-Volt-Auto: Herstellerangabe kennen - Kia EV6 und EV9 sowie Audi Q6 e-tron und A6 e-tron laden an V3-Säulen über einen Umweg, der GLB braucht den optionalen Konverter. Für mehr Leistung eher Standorte wählen, für die Tesla mehr als 250 kW nennt.
- Winter: Supercharger im Navi als Ziel eingeben oder die Vorkonditionierung von Hand starten.
Häufige Fragen
Kann jedes E-Auto an einem Tesla Supercharger laden?
Nicht jedes und nicht überall. Tesla öffnet ausgewählte Supercharger für andere Marken. Das Auto braucht einen CCS-Anschluss und muss laut Tesla die CCS-Kommunikations- und Sicherheitsprotokolle vollständig erfüllen. Welche Standorte offen sind, zeigt die Tesla App unter „Ladestationen finden“ oder die Karte „Uns finden“ auf tesla.com. Außerdem passen manche Stellplatzanordnungen laut Tesla nicht für jedes Fahrzeug, weil das Kabel nicht bequem bis zur Ladedose reicht.
Brauche ich für den Supercharger die Tesla App?
Meistens ja: Tesla App ab Version 4.2.3, ein Tesla-Konto und eine hinterlegte Zahlungsmethode. An V4-Superchargern kannst du den Ladevorgang laut Tesla auch direkt an der Säule starten oder ohne Konto über die Online-Standortsuche und die Schaltfläche „Ihr Elektrofahrzeug aufladen“. An einer begrenzten Zahl von Standorten zahlst du direkt am Supercharger mit Kreditkarte oder mobilem Bezahldienst. Ladekarten von Mobilitätsdienstleistern lässt Tesla ebenfalls zu, der Preis kann dann aber abweichen - maßgeblich ist die App deines Anbieters.
Was kostet das Laden am Supercharger mit einem anderen E-Auto?
Einen Einheitspreis gibt es nicht. Tesla legt den kWh-Preis je Standort fest, laut Supportseite mit Spitzen- und Nebentarifen; es gilt der Preis beim Anstecken. Mit der kostenpflichtigen Supercharging-Mitgliedschaft sinkt der kWh-Preis an ausgewählten Standorten. Ist die Station ausgelastet und hat dein Akku 80 Prozent erreicht oder ist der Ladevorgang beendet, kostet nach fünf Minuten Karenzzeit jede weitere Minute eine Überlastungsgebühr, ohne Obergrenze (Tesla-Angaben, Stand Mai 2026). Den kWh-Preis zeigt die Tesla App je Standort, die Überlastungsgebühr in Euro nennt unser Ladekarten-Vergleich.
Warum lädt mein 800-Volt-Auto an manchen Superchargern langsamer?
Der Schaltschrank älterer V3-Supercharger liefert laut Tesla-Datenblatt (Stand Mai 2026) höchstens 500 Volt, ein 800-Volt-Akku liegt darüber. Das Auto muss deshalb die Spannung hochsetzen oder den Akku umschalten. Bei den 800-Volt-Modellen von Kia und Hyundai auf der Plattform E-GMP übernehmen das laut Hyundai Motor Group Motor und Inverter. Audi teilt beim Q6 e-tron und A6 e-tron den Akku in zwei Hälften mit je 400 Volt und lädt dann mit bis zu 135 kW. Mercedes bietet für den GLB einen optionalen DC-Konverter für 400-Volt-Säulen an. Wie viel Leistung dabei ankommt, nennt von diesen Herstellern nur Audi. Erst V4-Säulen an einem V4-Schaltschrank liefern laut Tesla bis zu 1.000 Volt.
Darf ich über zwei Stellplätze parken, wenn das Supercharger-Kabel nicht reicht?
Nein. Tesla schreibt ausdrücklich, dass du nicht über die Stellplatzmarkierungen hinaus parken und andere Fahrzeuge behindern sollst, wenn das Kabel dein Auto nicht bequem erreicht. Nimm dann einen anderen Platz oder einen anderen Standort. V4-Säulen haben laut Tesla ein längeres Kabel, laut Datenblatt 3 m, damit alle E-Autos einfach herankommen.


