Lexikon · Laden & Strom
CHAdeMO
Japanischer Standard fürs Schnellladen mit Gleichstrom, mit eigener Ladedose fürs DC-Laden. In Europa ist er ein Auslaufmodell - neue Autos und Ladeparks setzen hier auf CCS.
CHAdeMO ist ein Gleichstrom-Ladestandard aus Japan. Entwickelt hat ihn laut European Alternative Fuels Observatory der EU-Kommission der Energieversorger TEPCO, seit 2010 betreut ihn die CHAdeMO Association. Der Name steht laut Verband für „CHArge de MOve“ und spielt auf einen japanischen Satz an: „Lass uns beim Laden eine Tasse Tee trinken.“
Autos mit CHAdeMO haben laut ADAC einen separaten Anschluss fürs Schnellladen - anders als bei CCS, wo Wechsel- und Gleichstrom durch eine gemeinsame Dose gehen.
In Europa ein Auslaufmodell
Der ADAC nennt CHAdeMO ein Auslaufmodell, das an neuen Schnellladern immer seltener zu finden ist; betroffen sind vor allem ältere Autos japanischer Hersteller wie der Nissan Leaf. Laut EU-Beobachtungsstelle bekamen früher vor allem 50-kW-Säulen einen zusätzlichen CHAdeMO-Stecker. Inzwischen statten japanische und auch einige französische Hersteller ihre Autos für den EU-Markt mit CCS aus, und immer mehr Betreiber bauen Schnelllader nur noch mit CCS. Pflicht ist an Gleichstrom-Schnellladepunkten in der EU nur CCS, CHAdeMO ist freiwillig (AFIR, Stand Oktober 2026).
Faustregel: Fährst du ein CHAdeMO-Auto, filterst du in der Lade-App nach dem Steckertyp und planst auf längeren Strecken mehr Reserve ein.
Technisch war CHAdeMO früh beim bidirektionalen Laden: Pilotprojekte für V2G laufen laut Verband seit 2012. Nach eigener Darstellung ist CHAdeMO bislang das einzige Ladeprotokoll mit V2G in Serie und eigenem Zertifizierungssystem.
Quellen
