Lexikon · Laden & Strom

Bidirektionales Laden

Bidirektionales Laden heißt, dass Strom nicht nur ins E-Auto, sondern auch wieder heraus fließen kann - an einzelne Geräte (V2L), ins Hausnetz (V2H) oder ins öffentliche Stromnetz (V2G).

Auch genannt: BiDi-Laden, V2X

Die EU-Verordnung AFIR definiert bidirektionales Laden als intelligenten Ladevorgang, bei dem sich die Richtung des Stromflusses umkehren lässt. Die Batterie speichert Gleichstrom, Haus und Netz arbeiten mit Wechselstrom. Beim Rückspeisen muss deshalb ein Wechselrichter umwandeln - entweder im Bordlader des Autos (AC) oder in einer DC-Wallbox.

Drei Varianten

Variante Strom fließt … du brauchst
V2L an einzelne Geräte Adapter oder Steckdose im Auto
V2H ins eigene Hausnetz bidirektionale Wallbox, Energiemanagement
V2G ins öffentliche Netz bidirektionale Wallbox, Smart Meter, V2G-Tarif

Für die Verständigung zwischen Auto und Ladestation gilt die Norm ISO 15118-20. Sie soll dafür sorgen, dass Autos, Wallboxen und Energiemanagement verschiedener Hersteller zusammenarbeiten. Bisher sind die Lösungen laut ADAC aber an einzelne Hersteller oder Kooperationen gebunden (Stand Oktober 2026).

Worauf du achtest

  • Herstellerfreigabe: Technisch fähig heißt nicht freigegeben. Ohne Freigabe drohen laut ADAC Probleme mit der Batteriegarantie.
  • Garantiegrenzen: Der VW-Konzern begrenzt bidirektionales Laden zum Beispiel auf 4.000 Stunden und 10.000 kWh.
  • Verluste: Beim Rückspeisen ins Hausnetz gehen je nach System 10 bis 20 Prozent der Energie verloren.

V2L ist bei vielen Modellen schon Alltag, V2H und V2G sind laut ADAC noch teure Nischenanwendungen.

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Quellen