Lexikon · Laden & Strom
OCPP
OCPP (Open Charge Point Protocol) ist ein offenes Kommunikationsprotokoll zwischen Ladestation und dem Verwaltungssystem ihres Betreibers. Es ermöglicht Fernsteuerung, Abrechnung und Lastmanagement über Herstellergrenzen hinweg.
OCPP regelt, wie eine Ladestation mit ihrem Verwaltungssystem im Hintergrund kommuniziert - dem Backend, das Ladevorgänge freischaltet, Zählerstände erfasst und Ladeleistungen vorgibt. Das offene Protokoll stammt von der Open Charge Alliance und soll Ladeinfrastruktur unabhängiger von herstellereigenen Systemen machen.
| Version | erschienen | Hinweis |
|---|---|---|
| OCPP 1.6 | 2015 | weit verbreitet |
| OCPP 2.0.1 | 2020 | seit 2024 internationale Norm IEC 63584, nicht kompatibel mit 1.6 |
| OCPP 2.1 | 2025 | baut auf 2.0.1 auf, unterstützt bidirektionales Laden nach ISO 15118-20 |
Was OCPP für deine Wallbox bedeutet
Zum Laden zu Hause brauchst du kein OCPP. Interessant wird es, wenn ein externer Dienst deine Wallbox steuern oder den Ladestrom erfassen soll - etwa ein Abrechnungsanbieter für den Dienstwagen oder der Betreiber einer Tiefgarage, der viele Ladepunkte mit Lastmanagement verwaltet. Eine OCPP-fähige Box lässt sich grundsätzlich an verschiedene Backends anbinden.
Faustregel beim Kauf: Soll die Wallbox an ein fremdes System, muss ihre OCPP-Version zu diesem Backend passen. Frag beim Anbieter nach, ob er 1.6 oder 2.0.1 erwartet - die beiden Versionen sind nicht miteinander kompatibel.
Öffentliche Ladepunkte müssen nach der EU-Verordnung AFIR seit Oktober 2024 digital vernetzt sein, also aus der Ferne überwacht und gesteuert werden können. Viele Betreiber nutzen dafür OCPP.
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Quellen