Lexikon · Laden & Strom
Schieflast
Ungleiche Belastung der drei Phasen eines Hausanschlusses, etwa wenn ein E-Auto nur über eine Phase lädt. Die VDE-Anschlussregeln setzen dafür eine Grenze von 4,6 kVA - einphasig sind laut ADAC meist höchstens 20 A erlaubt.
Ein Hausanschluss mit Drehstrom hat drei Phasen. Lädt ein E-Auto stundenlang nur über eine davon, ist das Netz ungleich belastet - Fachleute sprechen von Schieflast oder Unsymmetrie.
Geregelt ist das in den Technischen Anschlussregeln Niederspannung des VDE (VDE-AR-N 4100, Fassung 2026-04, Abschnitt 5.6; Stand Oktober 2026). Maßgeblich ist eine Grenze von 4,6 kVA je Phase, für einphasig angeschlossene Ladeeinrichtungen gelten besondere Bedingungen. Auf dieser Regel bauen die Technischen Anschlussbedingungen (TAB) der Netzbetreiber auf, die eigene Vorgaben ergänzen können. Für die Praxis fasst der ADAC zusammen: Einphasig ist an der Wallbox eine Stromstärke von höchstens 20 A erlaubt, das entspricht 4,6 kW.
Was das für dich heißt
Ein Auto mit einphasigem 7,4-kW-Bordlader lädt zu Hause deshalb meist nur mit 3,7 oder 4,6 kW. Ob dein Netzbetreiber mehr zulässt, klärt dein Elektriker - frag ihn vor dem Kauf der Wallbox.
Kommt eine zweite dreiphasige Wallbox in dieselbe Anlage, sollen die Phasen laut VDE-Regel versetzt angeschlossen werden. So verteilen sich einphasig ladende Autos auf verschiedene Phasen statt alle auf dieselbe.
Faustregel: Dreiphasig ladende Autos belasten alle Phasen gleichmäßig. Lädt dein Auto einphasig, kommen mit 3,7 oder 4,6 kW in zehn Stunden rechnerisch 37 bis 46 kWh zusammen, abzüglich Ladeverlusten. Mehr zu den Unterschieden unter einphasig und dreiphasig laden.
Mehr dazu im Magazin
Wallbox, Ladekabel, mobiler Lader: Was dein E-Auto wirklich braucht
11 oder 22 kW, einphasig oder dreiphasig, mitteilen oder genehmigen lassen: Wir zeigen, welche Wallbox, welches Typ-2-Kabel und welcher Notlader zu deinem Auto passen.

Quellen